- Was ist eine EÜR?
- Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ist die vereinfachte Gewinnermittlung für Freiberufler und nicht bilanzierungspflichtige Gewerbetreibende. Der Gewinn ergibt sich aus den Betriebseinnahmen abzüglich der Betriebsausgaben – maßgeblich ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Zahlung.
- Wie erstelle ich eine EÜR?
- Du stellst die Betriebseinnahmen eines Jahres den Betriebsausgaben gegenüber, die Differenz ist dein Gewinn. Steuerlich zählt dabei grundsätzlich das Jahr, in dem das Geld geflossen ist (§ 11 EStG). Im EÜR-Tool von involy erfasst du Einnahmen, Ausgaben und wiederkehrende Kosten, ordnest die Ausgaben Kategorien wie Software oder Reise zu und siehst je Jahr die Summen, den Gewinn und die Vorsteuer. Diese Zahlen sind die Grundlage für die Anlage EÜR.
- Wie gebe ich die EÜR beim Finanzamt ab?
- Elektronisch, als Anlage EÜR zusammen mit deiner Einkommensteuererklärung, über ELSTER oder eine Steuersoftware. Eine formlose Aufstellung auf Papier reicht seit dem Steuerjahr 2017 grundsätzlich nicht mehr. involy sendet nichts ans Finanzamt: Es liefert dir die Summen je Jahr und Kategorie, mit denen du die Anlage EÜR ausfüllst.
- Was ist die Vorsteuer und wer kann sie abziehen?
- Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die dir andere Unternehmen auf ihren Rechnungen berechnen. Als regelbesteuerter Unternehmer verrechnest du sie nach § 15 UStG mit der Umsatzsteuer aus deinen eigenen Rechnungen und bekommst den Überhang vom Finanzamt zurück. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen.
- Wie berechne ich die Vorsteuer aus einem Bruttobetrag?
- Bei 19 % gilt: Vorsteuer = Bruttobetrag × 19 ÷ 119. Bei 7 %: Vorsteuer = Bruttobetrag × 7 ÷ 107. Aus 119 € brutto werden also 19 € Vorsteuer und 100 € netto. involy rechnet das für jede erfasste Eingangsrechnung automatisch aus.
- Wie ermittle ich die Umsatzsteuer-Zahllast?
- Die Zahllast ist die Umsatzsteuer aus deinen Ausgangsrechnungen abzüglich der Vorsteuer aus deinen Eingangsrechnungen. Ist das Ergebnis positiv, zahlst du diesen Betrag ans Finanzamt; ist es negativ, bekommst du ihn erstattet. Das EÜR-Tool weist die Zahllast pro Jahr und je Steuersatz aus.
- Wie genau ist der Gewinn, den involy berechnet?
- Rechnerisch exakt, steuerlich eine Näherung, deshalb steht beim Gewinn „ca.“. involy ordnet Einnahmen nach Rechnungsdatum zu und zählt auch offene Rechnungen mit, in der EÜR zählt aber der Zahlungseingang. Größere Anschaffungen setzt involy sofort voll an, statt sie abzuschreiben, und Sonderregeln wie bei Bewirtungskosten rechnet es nicht ein. Der Wert ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt aber keine Steuerberatung.
- Wie wirkt sich ein privater Nutzungsanteil aus?
- Nutzt du etwas auch privat, etwa Handy, Internet oder Laptop, stellst du im EÜR-Tool den privaten Anteil ein. involy kürzt dann zwei Werte: die abziehbare Vorsteuer und die Betriebsausgabe. Beispiel: Eine Handyrechnung über 59,50 € brutto mit 19 % USt und 20 % Privatanteil ergibt 7,60 € Vorsteuer statt 9,50 € und 40 € Betriebsausgabe statt 50 €.
- Welche Belege brauche ich für den Vorsteuerabzug?
- Du brauchst eine ordnungsgemäße Rechnung mit allen Pflichtangaben nach § 14 UStG. Bei Kleinbetragsrechnungen bis 250 € brutto genügen nach § 33 UStDV weniger Angaben. Die Belege selbst musst du seit 2025 acht Jahre aufbewahren (vorher zehn) – involy dokumentiert die Daten dazu, ersetzt aber nicht die Belegablage.